Nebbiolo

Nebbiolo ist Italiens edelste Rotweintraube und Grundlage legendärer Weine wie Barolo und Barbaresco. Die spätreifende Rebsorte aus dem Piemont bringt tanninstarke, komplexe Rotweine mit Aromen von Kirsche, Rose und Trüffel hervor. Nebbiolo gedeiht auch im Valtellina in der Lombardei, wo die Traube Chiavennasca genannt wird.

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Nebbiolo – Italiens edelste Rotweintraube im Portrait

Der Name Nebbiolo leitet sich vom italienischen Wort nebbia (Nebel) ab. Zur Lesezeit im späten Oktober legen sich dichte Nebelschwaden über die Hügel des Piemonts – dann ist die spätreifende Traube endlich erntereif. Die Rebsorte wird seit dem 13. Jahrhundert dokumentiert und zählt zu den ältesten und edelsten Italiens. Weltweit stehen nur rund 6.000 Hektar unter Nebbiolo – davon über 5.000 in Norditalien.

Geschmack und Aromen von Nebbiolo

Nebbiolo-Weine überraschen mit einer hellen, ziegelroten Farbe, die mit der Reife ins Granat-Orangefarbene übergeht – ungewöhnlich für einen so kraftvollen Rotwein. In der Nase entfalten sich Aromen von Kirsche, Himbeere und Walderdbeere, begleitet von floralen Noten wie Rose und Veilchen. Gereifte Nebbiolo-Weine entwickeln komplexe Sekundäraromen: Trüffel, Teer, Leder, Tabak und dunkle Schokolade.

Am Gaumen zeigt sich Nebbiolo mit kräftigen Tanninen und lebhafter Säure – zwei Eigenschaften, die jungen Weinen eine gewisse Strenge verleihen, aber gleichzeitig ein Lagerpotenzial von bis zu 30 Jahren ermöglichen. Mit der Reife werden die Tannine samtig und die Aromen gewinnen an faszinierender Tiefe.

Barolo und Barbaresco: Die Spitzenweine aus Nebbiolo

Beide werden zu 100 % aus Nebbiolo gekeltert, und ihre Anbaugebiete in den Langhe-Hügeln südlich von Alba grenzen direkt aneinander. Der Unterschied liegt im Detail:

  • Barolo DOCG – der „König der Weine": Mindestens 38 Monate Reifezeit (Riserva: 62 Monate), davon 18 im Holzfass. Kraftvoll, tanninreich, mit enormem Lagerpotenzial. Das Anbaugebiet umfasst rund 2.100 Hektar auf kalkhaltigem Mergel in etwas höheren Lagen.
  • Barbaresco DOCG – die „Königin": 26 Monate Reifezeit (Riserva: 50 Monate). Etwas niedrigere Lagen, sandigere Böden. Zeigt mehr Eleganz und Finesse, ist früher zugänglich. Rund 500 Hektar Anbaufläche.

Neben diesen Spitzenweinen entstehen in der Region auch Langhe Nebbiolo DOC und Roero DOCG – zugänglichere Nebbiolo-Weine, die früher trinkreif sind und einen hervorragenden Einstieg in die Rebsorte bieten.

Nebbiolo im Valtellina: Chiavennasca

In der Lombardei trägt Nebbiolo den lokalen Namen Chiavennasca. Im Valtellina, an steilen Terrassenlagen nahe der Schweizer Grenze, entstehen eigenständige Nebbiolo-Weine: Valtellina Superiore DOCG und der besonders kraftvolle Sforzato di Valtellina DOCG, bei dem die Trauben vor der Vinifikation mehrere Monate angetrocknet werden – ähnlich dem Amarone-Verfahren.

Nebbiolo richtig genießen

Trinktemperatur und Dekantieren

Servieren Sie Nebbiolo bei 16–18 °C (Langhe Nebbiolo) bzw. 18–20 °C (Barolo, Barbaresco, Sforzato). Junge Nebbiolo-Weine profitieren stark vom Dekantieren – planen Sie mindestens 1–2 Stunden ein, damit sich die Tannine öffnen und die Aromen entfalten können.

Speiseempfehlungen

Die kräftigen Tannine und die lebhafte Säure machen Nebbiolo zum idealen Begleiter für gehaltvolle Gerichte:

  • Rindfleisch – Brasato al Barolo, Ossobuco, Bistecca
  • Wild – Rehrücken, Wildschweinragout, Fasan
  • Käse – gereifter Parmigiano, Castelmagno, Taleggio
  • Trüffel – die klassische piemontesische Kombination: Tajarin-Pasta mit weißem Alba-Trüffel
  • Pasta – Langhe Nebbiolo eignet sich auch zu Ragù und Risotto

Häufige Fragen zu Nebbiolo

Was ist der Unterschied zwischen Nebbiolo und Barolo?

Nebbiolo ist die Rebsorte, Barolo die Herkunftsbezeichnung (DOCG). Barolo wird zu 100 % aus Nebbiolo-Trauben gekeltert, die in einem genau definierten Gebiet rund um die Gemeinde Barolo im Piemont wachsen. Nicht jeder Nebbiolo ist ein Barolo – aber jeder Barolo ist ein Nebbiolo.

Wie lange kann man Nebbiolo lagern?

Das hängt vom Ausbau ab: Langhe Nebbiolo ist 3–8 Jahre lagerfähig, Barbaresco 5–15 Jahre, Barolo 10–30+ Jahre und Sforzato 8–20 Jahre. Die hohen Tannine und die Säure sind die Grundlage für diese außergewöhnliche Langlebigkeit.

Ist Nebbiolo für Einsteiger geeignet?

Der Einstieg gelingt am besten über einen Langhe Nebbiolo DOC. Dieser zeigt den typischen Rebsorten-Charakter – Kirsche, Rose, feine Tannine – ohne die Wucht eines Barolo und ist bereits in jungen Jahren zugänglich.

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